Ratgeber

PV-Ertrag richtig einordnen: Warum kWp allein nicht reicht

Die installierte Leistung einer Photovoltaikanlage wird in kWp angegeben. Daraus lässt sich noch nicht direkt ablesen, wie viele Kilowattstunden die Anlage in einem Jahr tatsächlich erzeugt. Für eine sinnvolle Abschätzung müssen mehrere Einflussgrößen getrennt betrachtet werden.

Drei PV-Ertragsszenarien mit denselben Eingaben

Angenommen wird eine Anlage mit 10 kWp Leistung. Mit einem rein beispielhaften spezifischen Jahresertrag von 800 kWh/kWp ergeben sich 8.000 kWh im Jahr. Bei 950 kWh/kWp wären es 9.500 kWh, bei 1.100 kWh/kWp wären es 11.000 kWh. Diese drei Werte sind Rechenszenarien und keine standortunabhängigen Ertragsprognosen.

Der Vergleich isoliert den Einfluss des angenommenen spezifischen Ertrags. Tatsächlich spielen unter anderem Wetter, Region, Dachausrichtung, Verschattung, Temperatur und Systemverluste eine Rolle. Ein belastbarer Ertrag benötigt daher geeignete Standortdaten und eine konkrete Anlagenplanung.

Jahreserzeugung ist nicht mit nutzbarem Eigenverbrauch gleichzusetzen. Für eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung müssen Eigenverbrauch, Einspeisung, Investition und laufende Kosten zusätzlich getrennt betrachtet werden.

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kWp beschreibt Leistung, nicht Jahresenergie

Kilowatt-Peak beschreibt die Nennleistung der Module unter standardisierten Testbedingungen. Der Jahresertrag wird dagegen in Kilowattstunden angegeben. Um beides zu verbinden, wird häufig mit einem spezifischen Jahresertrag in kWh pro kWp gerechnet.

Standort und Dach verändern den Ertrag

Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Temperatur und regionale Einstrahlung beeinflussen den realen Ertrag. Deshalb ist ein pauschaler kWh-pro-kWp-Wert eine Näherung und keine Garantie.

Systemverluste gehören zur Realität

Wechselrichter, Leitungen, Temperatur, Verschmutzung und zeitweise Abregelung können Ertrag reduzieren. Eine realistische Schätzung sollte solche Verluste nicht verschweigen.

Erzeugung ist nicht gleich Ersparnis

Für die Wirtschaftlichkeit zählt nicht nur die erzeugte Strommenge. Entscheidend ist auch, welcher Anteil selbst verbraucht wird, wie hoch Strompreis und Einspeiseerlös sind und welche Investitionskosten tatsächlich anfallen.

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