PV-Kennzahlen verstehen: kWp, kWh, Eigenverbrauch und Autarkie
Eine installierte Leistung von 10 kWp bedeutet nicht, dass in jeder Stunde zehn Kilowattstunden erzeugt werden. Für die Planung müssen Leistung, Jahresertrag, selbst genutzter Solarstrom und Netzbezug getrennt betrachtet werden.
Mit diesen Rechnern selbst nachvollziehen
Die Beispiele im Beitrag verwenden frei gewählte Annahmen. Mit den folgenden Rechnern kannst du andere Werte einsetzen und den Rechenweg nachvollziehen.
Leistung und Energie sind zwei verschiedene Einheiten
Die installierte Anlagenleistung wird häufig in kWp angegeben. Eine Kilowattstunde bezeichnet hingegen eine Energiemenge. Ein Jahresertrag ergibt sich überschlägig aus der Anlagenleistung multipliziert mit einem angenommenen spezifischen Jahresertrag in kWh pro kWp. Dieser Ansatz ersetzt keine standortbezogene Ertragssimulation.
Rechenbeispiel für einen modellhaften Jahresertrag
Bei einer Leistung von 10 kWp und einem angenommenen spezifischen Ertrag von 950 kWh/kWp ergeben sich 9.500 kWh pro Jahr. Dieser Wert ist ein Rechenbeispiel. Wetter, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und technische Verluste können den tatsächlich erreichten Wert verändern.
Eigenverbrauchsanteil ist nicht Autarkiegrad
Angenommen, von 9.500 kWh Produktion werden 3.000 kWh selbst verbraucht. Dann beträgt der Eigenverbrauchsanteil 3.000 / 9.500 = rund 31,58 Prozent. Benötigt der Haushalt insgesamt 4.500 kWh, beträgt der Autarkiegrad hingegen 3.000 / 4.500 = rund 66,67 Prozent. Die Kennzahlen haben also unterschiedliche Nenner.
Einspeisung und Netzbezug folgen aus der Energiebilanz
In dem Beispiel werden 9.500 − 3.000 = 6.500 kWh eingespeist. Der Haushalt bezieht 4.500 − 3.000 = 1.500 kWh aus dem Netz. Diese Bilanz ist nur für das angenommene Jahr gerechnet und sagt nichts über den zeitlichen Verlauf an einzelnen Tagen aus.
Warum ein Speicher nicht jedes Problem löst
Ein Speicher kann den zeitlichen Eigenverbrauch verändern, benötigt aber selbst Energie und ist durch Nutzkapazität und Ladeleistung begrenzt. Wirtschaftliche Entscheidungen sollten daher zusätzlichen Eigenverbrauch, Systemverluste, Investition und Lebensdauer getrennt berücksichtigen.
Wissenschaftliche Hintergrundquelle
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme dokumentiert Forschungsergebnisse und aktuelle Entwicklungen in seiner Faktensammlung zur Photovoltaik: https://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/studien/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.html . Die hier verwendeten Ertrags- und Verbrauchszahlen sind eigens gewählte Beispielannahmen, keine statistischen Durchschnittswerte.
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